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RSSPrint

Bibelmeditation

Auch im christlichen Glauben gibt es alte Traditionen des Meditierens. Daran knüpfen die monatlichen Meditationsabende und die zusätzlichen besonderen Meditationstermine an.

Es werden dabei leichte Atem- und Körperübungen angeboten, Zeiten der Stille mit einem biblischen Meditationswort und meditatives Gehen oder Tanzen.

Regelmäßige Termine 2020:
jeweils donnerstags um 19 Uhr im Gemeindehaus Parallelstraße

13. Februar 2020
05. März 2020
02. April 2020
14. Mai 2020
04. Juni 2020
01. Oktober 2020
12. November 2020
03. Dezember 2020

Sondertermine 2020:
mit Anmeldung, Ort und Zeit bitte erfragen

11. Juli 2020 - Meditations-Samstag
13. August 2020 - Meditativer Abendgang

 

Was ist eigentlich christliche Meditation und wie unterscheidet sie sich von anderen Meditationsformen?

Bibel und Holzperlenkette mit Kreuz
Wenn wir heute das Wort „Meditation“ hören, dann mögen wir dabei als erstes an den Buddhismus denken, in dem Meditation eine wichtige Säule darstellt. Oder uns fällt der Yoga ein, der eigentlich aus dem Hinduismus kommt. Daneben aber sollten wir uns bewusst werden, dass das Meditieren eine große jüdisch-christliche Tradition hat. Mehr erfahren ...

Liest man in den ersten lateinischen Übersetzungen des Alten Testaments nach, dann wird man feststellen können, dass das Verb „meditari“ (hiervon leitet sich „Meditation“ ab) dort verwendet wird, wenn es um das „Nachsinnen“ über Gottes Willen und sein Wort geht. Eigentlich steht das Wort „Meditation“ also im jüdisch-christlichen Kontext.

In der christlichen Tradition war das Meditieren  besonders in den Klöstern verankert. Auch für Martin Luther war eine solche Meditationspraxis noch selbstverständlich. Man versuchte dabei, für sich Gottes Wort immer und immer wieder zu wiederholen – still oder leise murmelnd – bis es schließlich vom Kopf aus auch das Herz erreicht hat. Wesensgemäß steht natürlich auch heute noch das „Nachsinnen“ über das biblische Wort im Mittelpunkt des christlichen Meditierens. Dabei geht es aber – wie beschrieben – nicht um ein bloßes kognitives Nachdenken, sondern es geht darum, dass sich mein Herz von dem Wort Gottes ansprechen lässt.  Zugute kommt dieser Art der Meditation die Bildhaftigkeit vieler Bibeltexte (man denke nur an den Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte...“). So können beim Meditieren auch wiederum in uns Bilder entstehen, die uns prägen.  

Durch die Reformation und die damit verbundene Auflösung der Klöster geriet dann allerdings – zumindest für den evangelischen Bereich – das Meditieren eher in Vergessenheit, während es in der katholischen und orthodoxen Kirche weiterhin praktiziert wurde. Doch seit einiger Zeit wird auch in der evangelischen Kirche wieder vermehrt nach Meditation gefragt. Zum einen wurde diese Nachfrage durch das Austauschen in der Ökumene angestoßen (etwa auch durch die ökumenischen Begegnungstreffen von Taizé). Auch die Sehnsucht vieler Menschen unserer Zeit,  eigene spirituelle Erfahrungen machen zu können, hat das christliche Meditieren wieder in Erinnerung gerufen.
Anders als bei den fernöstlichen Traditionen kann das jüdisch-christliche Meditieren davon ausgehen, dass uns Gott in seinem Wort begegnen will. Es geht also um Begegnung und nicht darum, sich in sich selbst zu versenken!  

Gleichzeitig aber müssen wir uns bewusst sein: nicht der Mensch entscheidet darüber, wie / wann und ob Gott ihm in der Meditation begegnet – manchmal bleibt es eben auch einfach dabei, sich in Gottes Wort zu vertiefen und es mit zu nehmen in seinen weiteren Alltag.

Da die christliche Meditation von dem Gedanken der Begegnung ausgeht und Begegnungen  – wie wir alle wissen – auch sehr anregend sein können, geht es hier nicht darum,  zur inneren Ruhe oder einfach zur Entspannung zu finden (was sich ja viele wünschen). Im Gegenteil können  auch neue Lebendigkeit, Inspiration oder Anfragen an das eigene Leben die Folge sein.

Pfarrer Björn Sellin-Reschke