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RSSPrint

Einladung zum Gottesdienst am Weltgebetstag

18.02.2021

Der Weltgebetstag am 5. März 2021 wird stattfinden – wahrscheinlich anders als gewohnt.

2021 kommt der Weltgebetstag von Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“ ist das Motto des Weltgebetstags aus Vanuatu, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es, Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegenzuwirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Die Nutzung von Einwegplastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer Strafe von bis zu 900 Dollar rechnen.

Keine Frau im Parlament

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Seniorinnen und Senioren kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Machen Frauen das nicht, drohen ihnen auch Schläge. Das belegt die einzige Studie über Gewalt gegen Frauen in Vanuatu, die 2011 durchgeführt wurde: 60 Prozent der befragten 2.300 Frauen gaben demnach an, dass ihr Mann schon einmal gewalttätig geworden sei.

Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: Zum Beispiel im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden.

Der Weltgebetstag 2021 wird stattfinden – vielleicht anders als gewohnt.


Momentan ist nicht abzusehen, wie der diesjährige Weltgebetstag gefeiert werden kann. Falls das Pandemiegeschehen es zulässt, wird es einen Gottesdienst zum Weltgebetstag aus Vanuatu am Freitag, den 5. März 2021 um 17:00 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Sondershauser Str. 50 geben.

Anmeldung für Gottesdienstbesucher bei Eva Krüger, Tel.: (030) 772 58 27, Frobenstr. 10 A, 12249 Berlin. Sollten Sie den Weltgebetstag lieber zu Hause mitfeiern wollen, bringen wir Ihnen gerne eine Gottesdienstordnung und eine Länder-information in Ihren Briefkasten. Bitte melden Sie sich dafür ebenfalls bei Eva Krüger.

Einen Online-Gottesdienst finden Sie auf der Homepage des Weltgebetstags, dort finden Sie auch einen Spendenbutton. Auch auf Bibel-TV wird es einen Fernsehgottesdienst zum Weltgebetstag geben.

Ich hoffe, dass die weltweite Solidarität spürbar werden wird, auf welche Weise auch immer Sie in diesem Jahr am Weltgebetstag teilnehmen können, „Mit Gott bestehen wir.“ So lautet der nationale Leitspruch von Vanuatu, der sich auch im Landeswappen findet.

In Verbundenheit mit dieser Hoffnung grüßt Sie für das ökumenische Team aus Eben-Ezer, Dietrich-Bonhoeffer, Mater Dolorosa und Petrus-Giesensdorf

Ira Lehnberger