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Gemeinsam für mehr Friedhofskultur – Einladung zum "Tag des Friedhofs" auf dem Giesensdorfer Kirchhof

Seit 2001 findet einmal jährlich am dritten Septemberwochenende bundesweit der Tag des Friedhofs statt. In diesem Jahr beteiligt sich unsere Gemeinde und bietet auf dem Kirchhof Giesensdorf am Sonntag, dem 19. September 2021, von 14 bis 17 Uhr ein vielfältiges Programm an.

Collage mit Fotos vom Giesensdorfer Kirchhof

Erstmalig beteiligt sich unsere Gemeinde am bundesweiten Tag des Friedhofs. Mit der Veranstaltung „Mein Kiez. Mein Friedhof“ soll die vielfältige Bedeutung der Friedhöfe vorgestellt werden. Ein Plakat am Eingangstor weist seit Juni auf einen Fotowettbewerb hin, an dem sich bereits manche Besucher beteiligt haben.

Hier bei uns in der ehemaligen Dorfmitte haben unsere Vorfahren rund um die alte Giesensdorfer Kirche schon vor über 700 Jahren ihre Verstorbenen bestattet - und noch heute finden hier Erd- und Urnenbeisetzungen statt: Alte Grabsteine erzählen von Bauerndynastien und vom Adelsgeschlecht derer von der Groeben, das über Jahrhunderte die Giesensdorfer Gutsherrschaft innehatte. Andere Gräber zeugen von den grausamen Folgen der menschenverachtenden Ideologie des „Dritten Reichs“ und auch dem Mut derer, die sich widersetzten: So wurde hier, auf den Tag genau vor 80 Jahren, Ernst Wedel vom Giesensdorfer Pfarrer Arnold Bergemann beerdigt. Bergemann, der der Bekennenden Kirche nahestand, war im Gegensatz zu vielen anderen Amtskollegen bereit, Wedel als Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns hier zu bestatten. Für manche gefallenen oder vermissten Söhne und Väter gab es kein Grab; nur eine Gedenkinschrift auf dem Grabstein der Familie.

Nun hat sich in den letzten Jahrzehnten unsere Friedhofskultur zunehmend verändert: Wir sind mobiler geworden und leben häufig nicht mehr über Generationen an einem Ort, so dass viele Menschen eine anonyme Bestattung einem – später eventuell ungepflegten – Grab vorziehen. Als Alternative dazu hat sich unsere Gemeinde für Urnengemeinschaftsgräber entschieden, bei denen kleine Tafeln an einer Stele über die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen Auskunft geben.

Friedhöfe sollten Orte des Erinnerns und der Trauer sein, aber auch Orte, um zur Ruhe zu kommen, Kraft zu schöpfen, nachzudenken über die Welt, den Sinn des Lebens und seine Endlichkeit. Trotz der Lage an einer sehr verkehrsreichen Straßenecke strahlt unser Friedhof mit der kleinen, uralten Feldsteinkirche und den mächtigen Eichen einen ganz besonderen Reiz aus.

Daneben bilden Friedhöfe eine wichtige ökologische Nische für eine Vielzahl von Insekten, Kleinsäugern und Vögeln. Obwohl es in der Umgebung nicht an Grün mangelt, haben bei uns zum Beispiel mindestens 23 Vogelarten einen ungestörten Nist- bzw. Lebensraum gefunden. Während auch das Umweltbüro der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg–schlesische Oberlausitz) gerade angeregt hat, Wildbienen und andere Insekten mit einheimischen Blühwiesen auf freien Flächen der Kirchhöfe zu unterstützen, wurde bei uns schon im Frühsommer damit begonnen.

Einige Haupt- und Ehrenamtliche möchten diesen besonderen Tag mit Ihnen begehen.

PROGRAMM

 
14.00 Uhr
Andacht mit Pfarrer Roland Wicher

14.15 Uhr
„Friedhofs-Rallye“ für die ganze Familie mit Gemeindepädagogin Ulrike Labuhn und Gisela Meyer

Eine Rallye auf dem Friedhof, ist das nicht geschmacklos? Ganz und gar nicht, denn auf unserem Friedhof an der Dorfkirche gibt es so einiges zu entdecken und zu würdigen: Da sind uralte Gräber, bekannte Namen, deutsche Offiziere und Menschen, die im Holocaust umgekommen sind. Es gibt wunderbare Grabsteine, manche davon schon sehr verwittert. Eine Entdeckungsreise, die bestimmt nicht langweilig wird.

15.00 – 17.00 Uhr
Führungen zu ausgewählten Grabstätten mit Ingrid Freytag und Gisela Meyer

15.00 – 17.00 Uhr
Zauberhaftes Flötenspiel von Leila Schoeneich umrahmt den Nachmittag.

Alte Fotografien, die die Entwicklung des Ortskerns vom Dorf bis zum Lichterfelde Süd von heute zeigen, können in der Zwischenzeit anschaut werden.

Auskunft zu den unterschiedlichen Bestattungsmöglichkeiten und deren Kosten gibt unsere Küsterin Sandra Großstück vor Ort.

17.00 Uhr
Schlussandacht mit Pfarrer Roland Wicher

Hinweis:

Wenn Sie am 19. September keine Zeit haben oder wenn Sie den Friedhof lieber auf eigene Faust erkunden möchten, können Sie dies auch mit einem von uns zusammengestellten Rundgang tun. Ausleihen können Sie die kleine Broschüre in unserem Gemeindebüro während der Öffnungszeiten oder zu den Zeiten der „Offenen (Dorf-) Kirche“ am Montag und Freitag von 15:00-17:00 Uhr.

Voraussichtlich ab Ende September / Anfang Oktober stellen wir Ihnen auch einige ausgewählte Grabstellen auf unserer Homepage vor. Sie werden dann jeweils kurze biographische Angaben zum Lesen oder auch zum Hören finden. Abrufen können Sie diese Informationen dann auch mittels QR-Code bei einem Spaziergang über unseren Kirchhof.

Weitere Informationen zum Berliner "Tag des Friedhofs" finden Sie auf der Internetseite www.meinkiez-meinfriedhof.berlin.de