Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Jüdisch beziehungsweise christlich: Näher als du denkst?!

Denkanstöße durch das Jahr hindurch

Das Christentum entstand aus dem biblischen Judentum heraus: Jesus war Jude und seine Jüngerinnen und Jünger auch. Gerade bei unseren kirchlichen Festen wird die Verwurzelung des Christentums im Judentum deutlich. So z.B. bei Ostern und Pfingsten. Zum Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ regt die ökumenische Kampagne „#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“ im Jahr 2021 dazu an, die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum im Alltag wahrzunehmen. Das Stichwort „beziehungsweise“ lenkt dabei bewusst den Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis. Wie wird Pessach heute gefeiert? Was heißt Befreiung aus Knechtschaft im Jahr 2021?

Am Anfang war das Wort

Denkanstoß im Januar

Ab Januar sind zu dieser Aktion wechselnde Plakate in unseren Schaukästen zu sehen. Über den dort markierten QR-Code erhalten Sie weitere Informationen. Auf den Plakaten geht es um die Verwandtschaft zwischen den jüdischen und den christlichen Festen, aber auch um die Eigenheiten der jeweiligen Tradition. Im Januar steht die Bibel im Zentrum. Juden und Christen beziehen sich auf die Hebräische Bibel als Grundlage der eigenen Tradition und lesen und verstehen sie auf je eigene Weise. Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg sagt zur Torah (5 Bücher Mose): „Einmal im Jahr wird die gesamte Torah durchgelesen und dabei kein Vers, kein Wort, kein Buchstabe beim Vortrag ausgelassen – so unbequem oder bedeutungslos uns auch manche Geschichte erscheinen mag. Das zwingt dazu, sich auch mit schwierigen Texten auseinanderzusetzen. Jedes Jahr im Herbst feiern Jüdinnen und Juden das Fest der Torahfreude, Simchat Torah. Dann endet der jährliche Lesezyklus der Torah und beginnt sogleich wieder aufs Neue. Dieser Gottesdienst wird in der Synagoge in großer Fröhlichkeit gefeiert: Alle Torahrollen werden aus dem Aron Hakodesch geholt und in sieben Prozessionen durch die Synagoge getragen. Man trägt den letzten Abschnitt aus Deuteronomium (5. Buch Mose) 33-34 vor und fängt dann gleich wieder mit dem ersten Kapitel Genesis (1. Buch Mose) 1 an: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.“

 

 

Vorschau auf Februar und März

Im Februar werden Purim und Karneval zueinander in Beziehung gesetzt und im März Ostern und Pessach. Unterschiede? Jede Menge. Jedoch gibt es immer wieder auch Parallelen und – manchmal an der Oberfläche oder tief verborgen –  Gemeinsamkeiten und überraschende Nähe.

Dr. Ursula Rudnick, Arbeitsfeld Kirche und Judentum im Haus kirchlicher Dienste, Hannover (leicht geändert: Björn Sellin-Reschke)