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Neues Gemeindezentrum Celsiusstraße

Das Gemeindezentrum (GZ) heute
Zu den Standorten der Gemeinde Petrus-Giesensdorf gehört das Gemeindezentrum (GZ) in der Celsiusstraße. Zwischen den Hochhäusern der Thermometersiedlung liegt der in die Jahre gekommene Flachbau. Einmal im Monat finden hier Gottesdienste statt. In Kooperation mit der „Berliner Tafel“ verteilen Ehrenamtliche in unserer „Laib & Seele“-Ausgabestelle Lebensmittel an Bedürftige. Der Verein „Bus-Stop e.V.“ hat bis zum Sommer 2020 in unseren Räumen soziale Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien angeboten. Nach der Auflösung des Vereins Bus-Stop im Juli konnte mit dem Evangelischen Jugendhilfe Verein ein Kooperationspartner gefunden werden, der die Arbeit weiterführt. Die Angebote richten sich besonders an Menschen aus der Thermometersiedlung, aber auch an Geflüchtete.

In den nächsten Jahren wird neben der Thermometersiedlung ein neuer Stadtteil Stück für Stück in die Höhe wachsen: Neulichterfelde. 6000 Menschen sollen hier einmal leben.  Auch für sie möchte unsere Gemeinde da sein und der alte Standort wird noch wichtiger werden, wenn es darum geht, dass der alte und der neue Stadtteil gut zusammenwachsen.

Das Haus, in dem wir jetzt schon Angebote für die Menschen in der Thermometersiedlung anbieten, ist in schlechtem Zustand. Die Bausubstanz ist schlecht und keine Renovierung könnte daran etwas ändern. Deswegen soll der alte Bau durch einen Neubau ersetzt werden.

In der Thermometersiedlung leben viele Menschen, die wenig Geld haben. Der letzte Berliner Sozialmonitor hat gezeigt, dass die Kennzahlen des Gebietes sich noch einmal verschlechtert haben. Während in anderen Sozialräumen die Menschen in den letzten Jahren häufiger wieder Arbeit gefunden haben, leben in der Thermometersiedlung immer noch besonders viele Menschen ohne Arbeit. Deshalb sind Angebote der Gemeinde und ist die soziale Arbeit von Bus-Stop e.V. hier besonders wichtig.

Ein Gemeindezentrum neu zu bauen, ist ein ehrgeiziger Plan, aber durch den Neubau stellen wir sicher, dass es hier auch in Zukunft soziale Arbeit und wohnortnahe Gottesdienste und gemeindliche Angebote für Neu- und Altlichterfelder gibt.

Der Gemeindekirchenrat hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, um auf die Herausforderungen zu reagieren. Die Arbeitsgruppe hat zuerst ein Konzept erarbeitet. In einer Machbarkeitsstudie wurden dann Eckdaten des Projektes festgestellt. Viele Gespräche wurden geführt, unter anderem mit dem Kirchenkreis, der Landeskirche und dem Bezirk. Große Teile der Finanzierung konnten gesichert werden. Der Kirchenkreis hat seine finanzielle Unterstützung zugesagt und die Gemeinde hat ihr Grundstück in der Koloniestraße an das Diakonische Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf e.V. verpachtet, damit hier eine Kita entstehen kann. Durch die Pachteinnahmen kann ein Kredit finanziert werden.

Darüber hinaus wollen wir versuchen, Fördermittel zu beantragen. Aus diesem Grund ist auch ein Architektenwettbewerb notwendig geworden, denn für die Antragstellung braucht man unter anderem vom Architekten erstellte Bauplanungsunterlagen. Unterstützt und beraten wurden wir bei dem Wettbewerbsverfahren von dem Büro "Architektur + Stadtplanung, Fiebig Schönwälder Zimmer", das dann auch gemeinsam nach Abgabe der Arbeiten und Modelle Ende Juni mit uns das Preisgericht plante.

Der Architektenwettbewerb für das neue GZ in der Celsiusstraße

Das wichtigste zuerst: Wir haben einen Sieger. Der Entwurf des Architekturbüros Kleyer.Koblitz.Letzel.Freivogel konnte das Preisgericht am 29. Juni 2020 am meisten überzeugen.

Was zeichnet nun den Siegerentwurf vor allen anderen aus? Zunächst setzt er die Vorgaben, die die Gemeinde gesetzt hat, wie gefordert um. Dazu gehört etwa die Einhaltung eines Passivhausstandards (also eines Hauses, das später keine Energiekosten mehr verschlingt) sowie die Einhaltung eines vorgegebenen Kostenrahmens. Das Element, das bei genau diesem Entwurf heraus sticht und ihm wohl den Sieg eingetragen hat, ist eine gelungene Mischung von einladender Offenheit und Geborgenheit gebender Geschlossenheit.

So überspannt ein Dach den Eingangsbereich und markiert den Übergang in den geschützten Raum, aber die Abgrenzung ist transparent, optisch gliedernd, aber nicht ab- und ausgrenzend, der Übergang ist sanft. Als positives Merkmal kam die klare Erkennbarkeit durch den hervorgehobenen Gottesdienstraum dazu. Dieser Entwurf sagt: Wir sind Kirche, aber wir sind Kirche nicht in erster Linie für uns selber, sondern für und mit anderen. Dies wird auch in der Innenraumgestaltung - wie durch die Ausschreibung vorgegeben - umgesetzt, indem etwas die Ausgabestelle für Laib & Seele ihren festen Platz hat und ein Cafébereich zum Eintreten und Verweilen einlädt. Auch im Gottesdienstraum wird es ein sanftes Spiel mit Innen und Außen geben: Der Blick der Gottesdienstbesucher geht in einen kleinen Garten, der zur Straße mit einer durchbrochenen Mauer abgegrenzt ist.

Mittelfristig ist auch eine (Pfarr-)Wohnung geplant, dafür ist aber ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen, so dass diese Option bereits vorbereitet ist, auch wenn sie im Augenblick eventuell nicht finanzierbar erscheint.

Die Gemeindeleitung gratuliert den Siegern des Wettbewerbes und hat Gespräche mit diesen aufgenommen, die hoffentlich bald alle weiteren Schritte – vor allem die Beantragung von Fördergeldern – ermöglichen.