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Dorfkirche und Kirchhof Giesensdorf

Spaziergang über den Giesensdorfer Kirchhof - Neues entdecken in nächster Nähe

Man kann ihn leicht übersehen, den kleinen Kirchhof mit der alten Feldsteinkirche an der Ecke Ostpreußendamm/Osdorfer Straße. Ein kleiner Spaziergang über unseren jahrhundertealten Dorfkirchhof bietet sich zu jeder Jahreszeit an. Trotz seiner Lage an einer sehr verkehrsreichen Straßenecke strahlt er mit seiner speziellen Anlage doch einen ganz besonderen Reiz aus.

Im Gegensatz zu neueren Friedhöfen, wo sich die Gräber meist auf geometrisch exakt geplanten Arealen befinden, wurde und wird auf dem Giesensdorfer Kirchhof scheinbar planlos bestattet – eine Herausforderung für die Küsterin, zu deren Aufgaben auch die Friedhofsverwaltung gehört.

Die kleine Dorfkirche im Mittelpunkt ging im April 1945 in den letzten Kriegstagen bei dem aussichtlosen Versuch, die aus Osdorf anrückenden Einheiten der Roten Armee aufzuhalten, in Flammen auf und brannte bis auf ihre Umfassungsmauern nieder. Erst 1955 wurde sie mit einem steinernen Dachreiter für die Glocke wieder aufgebaut.

In ihrem Inneren findet sich das Epitaph des Ernst Ludwig von der Gröben. Die nur noch schwer zu entziffernde Inschrift der Gedenktafel lautet: “Allhier ruhet in Gott der weiland wohlgeborene gestrenge und veste Ernst Ludwig von der Gröben, Erbherr auf Giesensdorf, Birkholz und Glasow, ist geboren 1638, den 6. Mai, gestorben 1698, den 27. September, seines Alters 60 Jahre, 5 Monate, 21 Tage.“ Über mehrere Jahrhunderte hatte das Brandenburger Adelsgeschlecht die Giesensdorfer Gutsherrschaft inne und damit auch das Patronat über die Kirche.

Zum Ostpreußendamm und zur Osdorfer Straße hin umgibt den Kirchhof eine Feldsteinmauer, in der nach dem Krieg auch Steine des abgerissenen Schlosses Lankwitz mit verbaut wurden. An den zwei Seiten zu den neueren Nachbarhäusern ist die Mauer leider bei Bauarbeiten verloren gegangen.

Obwohl es in der Umgebung keinen Mangel an Grün gibt, haben auf dem Kirchhof mindestens 23 Vogelarten (darunter z. B. neben Ringeltauben, Amseln, Meisen- und Spechtarten auch Kleiber und Gartenbaumläufer) einen ungestörten Nist- bzw. Lebensraum, wie ein Mitglied des NABU beobachten konnte.

Große Berühmtheiten sind hier nicht zu finden, aber es lohnt sich allemal, die Schicksale der hier Bestatteten näher kennenzulernen. Auf Ihrem Rundgang über unseren Kirchhof finden Sie an 25 Gräbern kleine Stecktafeln mit einem QR-Code. Hinterlegt sind dort jeweils kurze biographische Angaben – zum Lesen oder auch zum Hören.

Bei den in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Friedhofsführungen von Gisela und Bernd Meyer erfahren Sie darüber hinaus noch weitere Lebensgeschichten unter anderem auch von alteingesessenen Giesensdorfer Bauerngeschlechtern.

Nutzen Sie unseren interaktiven Lageplan, den Sie als PDF-Dokument herunterladen können – leider funktioniert die Animation nicht auf unserer Seite – für einen virtuellen Spaziergang.

Nach dem Download können Sie den Plan in Ihrem Browser oder PDF-Reader öffnen und mit einem Klick auf die jeweilige Grabstelle oder auf den Punkt am Eingang den hinterlegten Text abrufen.

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